Der DJ-Führerschein

Ich habe ihn auch, den "DJ-Führerschein".....

 

In einem Seminar am 11. Januar 2006 in der Discothek "Funpark" in Hagen waren 130 DJs erschienen, um den sogenannten DJ-Führerschein zu erhalten. Es handelt sich dabei um eine Bescheinigung für eine Fortbildung, die die Unterhaltungsprofis schulen soll, damit sie in Zukunft vernünftiger mit dem Lautstärkeregler am Mischpult umgehen. Über 900 DJs aus ganz Deutschland hatten im ersten Quartal 2006 schon daran teilgenommen.

 

Aber was bedeutet das für mich und meine Kunden?

Ich werde an dieser Stelle versuchen, das Thema  "Freizeitlärm" mit wenigen Worten zu umschreiben und auch begründen, warum eine Eingrenzung der Schallpegel beim Musikhören so wichtig ist.


 

Worum ging es in diesem Seminar?
Die Schulung war in drei Vorträge aufgegliedert:
1. Gesundheitliche Aspekte
2. Akustisch / technische Aspekte.
3. Rechtliche Aspekte

Im Vortrag Nr. 1 wurde der Aufbau des menschlichen Ohres besprochen und die empfindlichen Einzelteile und Ihre Funktion beschrieben.
Die Teilnehmer erfuhren, daß obwohl Hörschäden Berufskrankheit Nr.1 in Deutschland sind, sie doch nur einen kleinen Teil der fast 15 Millionen Hörgeschädigten darstellen. Der Anteil der Freizeitlärm- Opfer ist immens. Aber man sollte nicht verschweigen, daß ein sehr großer Anteil der Geschädigten die Verantwortung für Ihr Leiden selbst tragen. Durch das Hören lauter Musik per Kopfhörer oder im PKW und zu Hause über längere Dauer entstehen die meisten Hörschäden. Besuche von Rock-
Konzerten und Discotheken tun ihr übriges dazu. Die Kombination von mehreren dieser Faktoren ohne genügende Ruhezeiten führen schnell zu nicht reparablen Schäden am Hörorgan. Viele Patienten leiden unter ständigen Ohrgeräuschen (Tinitus), was sich durch starkes Rauschen oder laute Pfeiftöne bemekbar macht. Andere erleiden einen Hörsturz, der
oftmals einen Aufenthalt im Krankenhaus nach sich zieht. Aber der eigentliche Hörverlust ist ein schleichendes Übel.  Nach und nach wird das Ohr im empfindlichsten Hörbereich, der um 4000 Hz herum liegt unempfindlicher. Das Ohr kann die selbstständige Lautstärkeanhebung und Absenkung die es im gesunden Zustand ausführt durch die Schädigung der Sinnes-Härchen im Innenohr nicht mehr ausführen.Die Schutzfunktion geht verloren und die Schmerzschwelle sinkt . Man unterscheidet dabei die temporäre Hörschwellenverschiebung, die durch genügende Ruhezeiten abheilen kann von der permanenten Hörschwellenverschiebung, die einen anteiligen Hörverlust zur Folge hat. Diese Hörverluste können sich im Laufe der Zeit bis zum kompletten Verlust des Gehörs aufaddieren.

 

Darum ist es wichtig, daß gerade die DJs verantwortungsvoller mit der Lautstärke umgehen um Hörschädigungen der Gäste zu vermeiden. Leider sind viele Veranstalter und Betreiber von Tanzbetrieben und Musik-Locations immer noch der Überzeugung, daß ohne eine gewisse Lautstärke, die im privaten Umfeld sicherlich schon als Lärm empfunden würde, keine Stimmung aufkommt.

Leider tragen diese Chefs meist nicht die rechtliche Verantwortung, falls es wirklich zu einem Hörsturz und einem daraus folgenden Versicherungsfall kommt. Dann nämlich ist wieder der DJ schuld, der die Musik ja viel zu laut gespielt hat !

Diejenigen DJ's, die dieses Seminar besucht haben, werden sicherlich in Zukunft vorsichtiger mit dem Masterregler des Mixers umgehen. Daher zeichnet dieses Zertifikat einen erfahrenen DJ auch für neue Kunden klar ersichtlich aus.